Schweiz-Konformität prüfen – die Checkliste
Vor dem Kauf und vor der Inbetriebnahme: Diese Punkte entscheiden, ob Ihre Anlage in der Schweiz regelkonform ist.
Set als Ganzes prüfen
Modul, Wechselrichter, Kabel und allfälliger Speicher müssen örtlich eine Einheit bilden und als Set angeboten werden. Massgebend ist die Konformitätserklärung über das gesamte Set (Art. 6 NEV) – Einzelkomponenten ohne Set-Erklärung sind nicht steckerfertig zulässig.
AC-Nennleistung prüfen
Die AC-Nennleistung des Wechselrichters muss ab Werk fest auf maximal 600 W begrenzt sein – eine blosse App-Drosselung eines 800-W-Geräts genügt nicht. Die 600 W gelten gesamthaft pro Haushalt/Zähler und dürfen in keinem Moment überschritten werden.
CH-Deklaration des Herstellers verlangen
Prüfen Sie, ob der Hersteller die Schweizer Version ausdrücklich als Set mit max. 600 W AC-Nennleistung deklariert. Lassen Sie sich das im Zweifel schriftlich bestätigen, bevor Sie kaufen.
ENS bestätigen
Der Netz- und Anlagenschutz (ENS) muss integriert sein: Bei Netzausfall trennt der Wechselrichter sofort ab. Eine steckerfertige Anlage liefert dann keinen Strom – Notstrom ist damit nicht möglich.
Fehlerstromschutz prüfen
Erforderlich ist entweder eine allstromsensitive Fehlerstromüberwachung (RCMU) im Wechselrichter oder ein PRCD Typ B (30 mA) im Netzkabel bzw. Stecker. Die Schutzeinrichtung gehört zum Gerät – ein FI in der Hausinstallation ersetzt sie nicht.
Stecker und Steckdose prüfen
Zulässig ist nur ein Schweizer Stecker nach SN SEV 1011 (T12/T13/T23) an einer normgerechten Aussensteckdose. Kein Schuko-Stecker, keine Reiseadapter, keine Provisorien.
Dokumente aufbewahren
Bewahren Sie Konformitätserklärung, Datenblätter und Meldebestätigung geordnet auf. Der Netzbetreiber kann die Unterlagen verlangen – auch Jahre nach der Inbetriebnahme.